Albert Rudolph Frank, Chemiker und Unternehmer

Der Entdecker des Düngemittels Kalkstickstoff


Entdecker des Düngemittels Kalkstickstoff (chemisch: Calciumcyanamid) und Vorstand der Bayerische Stickstoffwerke AG, aus der 1939 die Süddeutsche Kalkstickstoff-Werke AG (SKW) hervorgingen


* 1872, Staßfurt (bei Magdeburg)

† 1965, New York

Der Sohn von Adolph Frank studierte Chemie in München und Berlin, wo er 1900 an der TH Charlottenburg zum Dr. phil. promovierte. Zwischenzeitlich war er ab 1895 als Chemiker in verschiedenen deutschen und schweizerischen Firmen tätig. 1899 bis 1908 leitete er zusammen mit seinem Kollegen Hermann Freudenberg die Cyanidgesellschaft mbH, Berlin. Die beiden schlugen 1901 das neu entdeckte Calciumcyanamid unter dem Namen Kalkstickstoff als Düngemittel vor. Ein diesem Vorschlag entsprechender, „streng vertraulicher“ Brief des Vaters Adolph Frank an die Gesellschafter-Firma Siemens & Halske, Berlin stellt also die „Geburtsurkunde“ des Kalkstickstoffs dar. Seit Gründung der Bayerischen Stickstoffwerke AG (BStW), 1908 war Albert Frank in deren Zentralverwaltung tätig. Nach dem Tod seines Vaters 1916 übernahm er als Vorstandsmitglied, zusammen mit Nikodem Caro, die Leitung des Unternehmens, die er bis zu seiner Emigration 1938 behielt.

Albert Frank war mitbeteiligt am Bau der Kalkstickstoff-Werke Piesteritz und Chorzow. Maßgeblich war sein Anteil an der Entwicklung und Verbesserung von Verfahren zur Erzeugung und Veredelung von Kalkstickstoff, wofür ihm und seinen Mitarbeitern über 100 Patente erteilt wurden. Er war Mitglied des Aufsichtsrats der G. Sauerbrey AG, Staßfurt, der G. Frowein & Co. AG, Bergerhof und der Donauwerke AG, Saal. Zahlreiche deutsche, amerikanische und japanische Firmen konsultierten ihn als Berater. Albert Frank emigrierte im Jahre 1938 in die USA, wo er von 1942 bis 1945 als Berater für das Office of War Information und ab 1945 bis zu seinem Tod 1965 für die American Cyanamide Co., New York, tätig war. Zu seinem 90. Geburtstags dankte ihm die Stadt Trostberg durch die Umbenennung der Fabrikstraße, an der die Gebäude der liegen, in „Dr.-Albert-Frank-Straße“.