1960-1969

Wachstum und Wandel

1960

Am 2. Januar starb Otto Haas, kaufmännischer Mitbegründer der Firma Röhm & Haas GmbH. 1909 hatte er die US-amerikanische Filiale des Darmstädter Unternehmens in Philadelphia eingerichtet, die ab 1917 als Rohm & Haas Company selbständig arbeitete. 1970 stieg die Familie Haas aus dem Darmstädter Unternehmen aus, an dem sie als amerikanische Gesellschafter noch Anteile gehalten hatten. In der Folge wurde der Firmenname zum 1. Januar 1971 in Röhm GmbH geändert.

Auf dem Essener Gelände der Th. Goldschmidt AG entstand als Abschluss des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Verwaltungshochhaus.

1961

Die Degussa fasste ihre Chemieforschung in der Zweigniederlassung Hanau-Wolfgang zusammen. Später kamen auch die Anwendungstechnik Chemie und die Metallforschung in den heutigen Industriepark Wolfgang, der zum bedeutendsten Forschungszentrum des Konzerns wurde. Insgesamt gibt es die Evonik Industries AG heute mehr als 40 Forschungseinrichtungen weltweit.

Unter dem Markennamen Tegostab begann bei der Th. Goldschmidt AG in Essen die Produktion von Stabilisatoren für Polyurethanschäume (PU-Schäume), die als Additive die Qualität herkömmlicher PU-Schäume erheblich verbesserten. Die PU-Schäume werden beispielsweise bei der Polsterung von Sitzmöbeln in Wohnungen oder Autos und in Isolierungen von Kühlschränken oder Fenstern verwendet.

1962

Mit der Gründung neuer Vertriebsgesellschaften in Italien, Frankreich und den USA baute die Degussa ihre internationale Marktstellung weiter aus.

Im Werk Rheinfelden lief die großtechnische Herstellung von Wasserstoffperoxid nach einem eigenen Verfahren an. Wasserstoffperoxid wird u.a. für Bleichprozesse für Papier und Textilien sowie zur Entgiftung von Abgasen und Abwässern eingesetzt.

1964

Im Werk Wesseling der Degussa lief eine Anlage zur Herstellung von Methylmethacrylat (MMA) an. Dieses wird bis heute zu Polymethylmethacrylat (PMMA) weiter verarbeitet und in Form von Acrylglasplatten oder als Formmassen für Extrusion und Spritzguss auf den Markt gebracht. Sie finden Verwendung im Automobilbereich (u.a. Lösungsmittelarme Lacke und Farben, Heckleuchten, Karosseriebauteile), in der Lichtwerbung, aber auch in chemischen Dübeln oder Betonverflüssigern. Weitere Wachstumsmärkte von PMMA sind Flachbildschirme und Lärmschutzwände, zunehmend wird das Produkt auch in Solaranwendungen und Leichtbauteilen eingesetzt.

1965

Mit dem Bau eines Betriebes zur Herstellung organomodifizierter Siloxane (OS-Betrieb) auf dem neuerworbenen Ostgelände des Essener Werkes beschritt die Th. Goldschmidt AG endgültig den Weg zum Anbieter von auf Silicon basierenden, organischen Spezialprodukten. Der OS-Betrieb wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach ausgebaut und modernisiert.

1966

Gemeinsam mit der Mitsubishi Metal Corporation gründete die Degussa in Japan die Nippon Aerosil Co. Ltd., Tokio, zur Produktion und Vertrieb von AEROSIL, einem der erfolgreichsten Produkte der Degussa. Zwei Jahre später wurde am Standort Yokkaichi der erste AEROSIL-Brenner gestartet. Nach einer Rekordzeit von nur acht Monaten kam 1992 eine weitere Anlage zur Herstellung von AEROSIL R 972 hinzu.

1967

In Weiterstadt bei Darmstadt begann die Röhm & Haas GmbH mit dem Bau eines neuen Betriebes zur Fertigung von PLEXIGLAS in Form flacher Platten.

Die Th. Goldschmidt AG folgte dem Trend zur Internationalisierung der Chemischen Industrie und gründete Tochtergesellschaften in Belgien, Frankreich und Spanien. Schon im Vorjahr war eine erste Vertriebsgesellschaft in Italien etabliert worden.

1968

Die Degussa legte mit der Gründung der Degussa Antwerpen N.V. in Belgien den Grundstein für einen neuen großen Produktionsstandort des Unternehmens. Das Werk Antwerpen wurde seitdem kontinuierlich ausgebaut und zählt heute zu den bedeutendsten Produktionsstätten des Konzerns.

In Lateinamerika erweiterte die Degussa ihre Marktposition mit der Gründung neuer Vertriebsgesellschaften in Mexiko und Argentinien.

1969

Im neuen Werk Weiterstadt der Röhm & Haas GmbH wurde die erste Fabrikationshalle mit 18 Extrusionsmaschinen zur Herstellung Platten aus PLEXIGLAS in Betrieb genommen. Die Evonik Röhm GmbH produziert dort bis heute Platten in extrudierter und gegossener Form. Zudem stehen in Weiterstadt Anlagen zur Herstellung von Pharma-Spezialitäten wie beispielsweise EUDRAGIT.

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