1950-1959

Internationales Engagement

1950

Die Chemische Werke Hüls GmbH in Marl erhielt von der alliierten Verwaltung die Erlaubnis zur Produktion des Synthese-Kautschuks Buna zurück, die ihr ein Jahr zuvor entzogen worden war. Das Verbot hatte zu einer großen Entlassungswelle geführt. Grund für die Genehmigung war der Koreakrieg, der die natürlichen Kautschuk-Ressourcen der Briten in Asien gefährdete.

1951

Die Röhm & Haas GmbH nahm eine eigene Blausäure-Erzeugung zur Herstellung von Monomeren im Werk Darmstadt auf. Als vier Jahre später die französische Nachkriegsverwaltung das Werk in Worms freigab, wurden die Blausäure- und die Monomeren-Herstellung dorthin verlegt. Eine Erweiterung der Anlagen erfolgte mehrfach, zuletzt 1999.

1952

Die Degussa gründete erstmals für die gesamte Belegschaft eine Pensionskasse, die Degussa-Pensionskasse (DuPK). Im gleichen Jahr löste die Gesamtbetriebsvereinbarung über die Weihnachtsvergütung für Arbeiter und Angestellte die Anordnung über einmalige Jahresvergütungen aus dem Jahr 1934 ab. Arbeiter und Angestellte wurden von nun ab gleich gestellt. Diese Vereinbarung blieb bis zu einer völligen Neuregelung 1979 in Kraft.

1953

Die 1938 gegründete Chemische Werke Hüls GmbH in Marl firmierte um in die Chemische Werke Hüls AG. 50 Prozent der Anteile hielt die Chemie-Verwaltungs-AG, gebildet aus den ehemaligen Gesellschaften der IG Farbenindustrie AG, BASF, Bayer und Hoechst. Weitere 25 Prozent der neuen Hüls AG waren im Besitz der Bergwerksgesellschaft Hibernia, die verbleibenden 25 Prozent hielt die Kohleverwertungsgesellschaft, die sich aus der Gelsenkirchener Bergwerksaktiengesellschaft (GBAG), der Ruhrgas AG und der STEAG zusammensetzte.

Die Th. Goldschmidt AG begann in Essen mit dem Bau eines neuen Tenside-Betriebs, der 1955 fertig gestellt wurde. Noch heute ist dieser Betrieb eine der wichtigsten Anlagen am Evonik Standort Essen/Goldschmidtstraße. 

In Darmstadt begann die Firma Röhm & Haas mit der Produktion von VISCOPLEX, das als Zusatz für Motoren- und Hydrauliköle zu einem wichtigen Produktionsstandbein des Unternehmens wurde. Mittlerweile verwenden nahezu alle Motorenölhersteller Öl-Additive. Sie gewährleisten eine verbesserte Motorenschmierung und besseres Viskositätsverhalten und in der Folge längere Ölwechselintervalle.

1955

Die Chemische Werke Hüls AG gründete ihre erste Tochtergesellschaft, die Bunawerke Hüls GmbH (BWH), zusammen mit den IG-Farben-Nachfolgern BASF, Bayer und Hoechst. Dabei hielt die CWH 50 Prozent der Anteile, die andere Hälfte teilten sich Leverkusen, Ludwigshafen und Hoechst. Vor allem Bayer besaß traditionell große Erfahrung in der Kautschuksynthese. 1990 waren nur noch Hüls und Bayer Eigner der BWH. 1994 übernahm der Leverkusener Konzern das Bunageschäft vollständig.

Als Ergebnis der 1947 aufgenommenen Versuche mit dem damals neuen Werkstoff Silicon produzierte die Th. Goldschmidt AG erstmals serienmäßig Siliconprodukte. Es handelte sich um vergleichsweise einfach aufgebaute Siliconöle, -harze oder -emulsionen, die in erster Linie als Entschäumer, Trennmittel oder Imprägniermittel Verwendung fanden. Diese Produktgruppen sind bis heute wichtige Arbeitsgebiete der Evonik Industries AG.

1956

Die Chemische Werke Hüls AG in Marl nahm das Kraftwerk II in Betrieb. Es war weltweit die erste Großanlage, die mit einem überkritischen Dampfzustand, d.h. mit 300 Atmosphären Druck, arbeitete. Damit war es möglich, Wasser auf 600 Grad Celsius aufzuheizen und so einen wesentlich höheren Wirkungsgrad bei der Energiegewinnung zu erzielen. Das Kraftwerk ist noch heute in Betrieb.

Mit Tego Tex brachte die Goldschmidt AG ein Produkt auf den Markt, das bis in die 1970er Jahre hinein das erfolgreichste Erzeugnis des Unternehmens sein sollte. Tego Tex war ein neuartiger Leimfilm, der eine besonders schnelle und qualitativ hochwertige Bearbeitung von Möbelfurnieren ermöglichte. Die gesamte Tego Tex-Linie wurde 1984 an Casco Nobel verkauft.

1957

Mit der Hüls Far East Ltd. in Hongkong gründete die Chemische Werke Hüls AG ihre erste ausländische Vertriebsgesellschaft.

Die Th. Goldschmidt AG in Essen präsentierte mit dem Thermit-Schnellschweißverfahren eine wichtige Weiterentwicklung der Schienenschweißung. Mit dem neuen Verfahren konnte auch auf stark frequentierten Hauptstrecken während des laufenden Zugverkehrs geschweißt werden, da die Schweißstellen bereits nach wenigen Minuten wieder befahrbar waren. Dies bedeutete eine erheblich effizientere Arbeitsweise gegenüber früheren Praktiken.

1959

Mit Gründung der Atlas-Goldschmidt Italiana S.p.A. in Mailand machte die Goldschmidt AG nach dem Zweiten Weltkrieg den ersten Schritt ins Ausland. Ziel war zunächst, den besonders wichtigen italienischen Markt für Tenside besser bedienen zu können.

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1960 - 1969