Natriumperborat

Weiße Wäsche wie von allein

1904 gelang in der Frankfurter Versuchsstation der damaligen Gold- und Silber-Scheide-Anstalt(ab 1980: Degussa AG) eine chemische Synthese, die drei Jahre später den weltweiten Erfolg des Waschmittels „Persil“ ermöglichte. Dem Unternehmenschemiker Dr. Otto Liebknecht Bruder des 1919 erschossenen Sozialisten Karl Liebknecht, war die Herstellung des Aktivsauerstoffs Natriumperborat gelungen, das als selbsttätiges Bleichmittel eine neue Zeit in der Textilreinigung einläuten sollte. Der Verkaufserfolg des neuen Produktes, das zunächst als Oxygenol auf den Markt kam, war indessen niederschmetternd. Ganze drei Zentner konnten in 18 Monaten an Großwäschereien abgesetzt werden, was einer Menge von etwa 300 Gramm täglich entspricht. Auch ein Werbeetat von damals stattlichen 10.000 Reichsmark verpuffte wirkungslos.

Natriumperborat-Pulver

Erst als sich die Firma Henkel 1907 für das Natriumperborat der Degussa interessierte, kam der kommerzielle Erfolg. Das Düsseldorfer Unternehmen orderte zunächst 50 Kilogramm täglich und mischte den Zusatz einem seiner Waschmittel bei. Daraus entstand ein Produkt, das noch heute jeder kennt: Persil. Der Markenname stand in der Vergangenheit für das Perborat der Degussa und das Silikat der Firma Henkel.

Das neue Waschmittel machte erstmals die bis dahin übliche Rasenbleiche überflüssig, was eine erhebliche Arbeitserleichterung für den Verbraucher bedeutete.

Der Verkaufserfolg war enorm, so dass die Produktion von Natriumperborat schon bald in das größere Werk Rheinfelden verlegt werden musste.

Dort wurde die Fertigung 1920 auf ein elektrolytisches Verfahren umgestellt, das eine günstigere Produktion erlaubte. 1964 wurde der Aktivsauerstoff im Werk Rheinfelden bereits in 141 Tiegeln hergestellt und die Kapazitäten wuchsen seitdem weiter an.

Evonik Industries produziert nach wie vor Natriumperborat, doch hat diesem in den letzten Jahren Natriumpercarbonat als waschaktive Substanz den Rang abgelaufen.

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