BURNUS®

Das Waschmittel auf Enzymbasis

Röhm

Mit der Markteinführung des Schmutzlösers BURNUS® im Jahre 1914 leistete die Firma Röhm & Haas einen wichtigen Beitrag zum Übergang vom traditionellen, kräfteraubenden Wäschewaschen auf dem Waschbrett hin zu modernen Waschtechniken mit selbsttätigen Waschmitteln.

In BURNUS® fanden erstmals Eiweiß zersetzende Enzyme - gewonnen aus tierischen Bauchspeicheldrüsen - Anwendung. Diese lösten den eiweißgebundenen Schmutz aus der Wäsche, bevor das Eiweiß durch hohe Waschtemperaturen in die Wäsche einbrannte und nur noch mit Hilfe von viel Seife und massiver mechanischer Einwirkung aus den Textilien entfernt werden konnte. Insofern war BURNUS® kein Waschmittel im herkömmlichen Sinne, sondern ein reiner Schmutzlöser, dessen Einsatz dem eigentlichen Waschvorgang vorausging. Die Wäsche wurde einige Stunden in BURNUS® eingeweicht und anschließend mit wenig Seife und unter Schonung sowohl der Fasern als auch der Kräfte der Wäscherin rein gewaschen.

Bei der Entwicklung von BURNUS® hatte Dr. Otto Röhm erstmals in der Geschichte des Wäschewaschens intensive Untersuchungen zur Zusammensetzung des Schmutzes in der Wäsche durchgeführt. Darüber hinaus hatte seine Frau zahlreiche Versuche vorgenommen, um die geeignete Technik des Wäschewaschens mit BURNUS® zu ermitteln.

Trotz der hohen Qualität des Produktes stellte der Vertrieb des Wäscheeinweichmittels BURNUS® an das Unternehmen anfangs ungewohnte Anforderungen. So erwarteten Wäscherinnen von jedem Mittel, das ihnen das Wäschewaschen erleichtern sollte, es müsse schäumen und in großen Kartons verkauft werden. Dies traf auf BURNUS® nicht zu und führte daher zunächst zu Misstrauen und Zurückhaltung bei den potenziellen Abnehmern.

Erst die Verknappung von Fetten bzw. Seife und Brennmaterial in Kriegs- und Krisenzeiten beeinflusste das Kaufverhalten der Verbraucherinnen zugunsten des Produkts: Mit Hilfe von BURNUS® konnte ein großer Teil des Schmutzes bereits in kaltem Wasser gelöst werden, was Brennmaterial und Seife zu sparen half. Infolge einer Reihe ungünstiger Marketingentscheidungen feierte BURNUS® erst mit Beginn der 1930er Jahre nennenswerte kommerzielle Erfolge. 1937 wurde zum Vertrieb des Produktes eine Gesellschaft gleichen Namens gegründet.

In den 1950er Jahren veränderte sich das Wäschewaschen grundlegend. Selbst ein verändertes Produkt, das auf die Maschinenwäsche abgestimmt war, konnte sich neben den neuen Schnell- und Alleinwaschmitteln nicht mehr dauerhaft auf dem Markt halten. In den 1960er Jahren, als enzymatische Waschmittel allgemeine Verbreitung fanden, verlor BURNUS® - der Pionier des enzymatischen Waschens - an Bedeutung. Schließlich wurde das Produkt zugunsten neuer, den modernen Waschtechniken angepasster Entwicklungen vom Markt genommen. Nach der Übernahme der Röhm GmbH durch die Hüls AG 1989 wurde die Beteiligungsgesellschaft Burnus im Zuge der Konzentration auf die Acrylatchemie im Jahr 1996 verkauft.

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